Konfirmationsgottesdienst 2015 - buchen-kirche.eu

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Konfirmationsgottesdienst 2015

Predigt > Konfirmation

Konfirmation am 26.4.2015 in Wachenbuchen
– ein Hauch von Gott -
Mit allen Texten und Predigt zu Johannes 20, 19 - 22
Orgelvorspiel und Einzug
Begrüßung - Einführung
Herzlich willkommen in Gottes Namen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
liebe Schwestern und Brüder, Konfirmanden, Konfirmandinnen, Eltern, Paten, Freunde, Gäste aus Wachenbuchen, Mittelbuchen und dem Rest der Welt.
ein paar Hinweise zu Beginn.
Wir feiern diesen Gottesdienst traditionell mehrsprachig und multikulturell: in Hebräisch, Griechisch, Latein, Englisch und Deutsch. Amen zum Beispiel, das ist Hebräisch, eine alte hebräische Form des Beifalls. Das können wir in traditionell kirchlicher Kultur singen - Amen – oder sie können auch, wenn ihnen hier was gefallen hat  in modern säkularer Kultur Beifall klatschen, oder sie vermischen die Kulturen und klatschen zum Amen oder schnippen mit dem Finger. Das ist dann ein multikulturelles Amen.
Wenn ihnen was nicht so gefällt oder sie einfach um die Hilfe Gottes bitten singen sie auf Griechisch „kyrie eleison – Herr erbarme dich“. Auf Latein können sie mit allen Völkern und Kulturen Gott loben. Laudate omnes gentes. Sollte bei Ihnen, bei der Vielzahl moderner Familienverhältnisse der Familienfrieden noch nicht ganz da sein, dann singen sie entsprechend laut auf Latein „Dona nobis pacem“, gib uns Frieden und gehen trotzdem schon mal gemeinsam zum Abendmahl, um zu einem neuen Bund zusammen zu stehen. 
Zum christlichen Glauben gehört es, alle, wirklich alle Menschen einzuladen um die Freundlichkeit des Lebens zu schmecken und zu sehen – egal wo sie gerade herkommen und welche Vorstellung sie von Gott haben. Selbst wenn Sie gar nicht an Gott glauben sollten, so spielt das jetzt keine Rolle. Es reicht ja, wenn Gott an Sie glaubt.
Wir wünschen Ihnen jedenfalls auf Englisch, dass dieses heute ein „happy day“ wird, und „Jesus washed your sins away“. Vergessen Sie für den Augenblick mal alles, was uns sonst trennt und blicken Sie auf das, was hier in der Mitte geschieht.
Manchmal sitzen ja welche zu so einem Anlass wie jetzt mitten in der Kirche und sagen mir: Ich bin aber nicht in der Kirche. Und ich sage: Schau dich doch um – natürlich bist du in der Kirche. Wir feiern das Hier und Jetzt, die Gegenwart Jesu Christi, diesen Augenblick der Ewigkeit und da gilt: Wer hier und jetzt in der Kirche ist, ist in der Kirche egal was davor oder danach ist. Sie sind heute alle ohne Unterschied eingeladen zum Tisch des Herrn, zum Abendmahl zu Brot und Wein und Traubensaft. Wir bitten Sie da zusammen zu stehen im Kreis der Familie und der Freunde, und sich die Hand zu reichen um eines Konfirmanden oder einer Konfirmandin willen. Sie bekennen sich damit zueinander. Selbstverständlich gehören da auch die Kinder dazu.
Ich sage das jetzt schon, obwohl das Mahl des Herrn erst am Ende kommt, doch Glauben braucht seine Zeit. Mancher braucht ja etwas Zeit, um sich mental darauf einzustellen, dass er hier wirklich eingeladen ist. Bei Jesus durften bekanntlich sogar Aussätzige dazu kommen. Danach waren sie dann allerdings nicht mehr aussätzig, auch wenn sich ein paar Pharisäer darüber aufgeregt haben.
Sollte jemand bemerken, dass er hier nun weder Eintritt bezahlt hat noch einen Mitgliedsbeitrag dann ist mein Vorschlag fürs Erste: Geben Sie einfach etwas mehr in den Klingelbeutel. Der geht während des Liedes nach der Predigt herum und ist für das, wofür die Kirche seit je her da ist: für die Armen in der Welt, in diesem Fall für die Ausbildung von Jugendlichen in sehr viel ärmeren Ländern. Über alles andere können Sie gerne mit mir oder unseren Kirchenvorstehen hier reden.
Verzichten sie bitte auf die Konservendose, auf Handy, Smartphone, oder Foto und behalten sie stattdessen einfach das alles hier in guter Erinnerung.
Viele Menschen wirken hier mit: Die Texte dieses Gottesdienstes zu Gloria und Kyrie, zu Freude, Sorge und Fürbitte haben Sie, die Eltern, geschrieben und dazu auch noch die Kirche ausgeschmückt. Der Kirchenvorstand reicht den Konfirmanden die Hand und übergibt das Ergebnis der Konfirmandenzeit: Eure persönliche Konfirmandenbibel mit Urkunde. Neben mir wirkt meine Kollegin, Pfarrerin Stefanie Bohn, mit.
Gerne dürfen Sie alle sich mit kräftigem Gesang beteiligen. Unser Kirchenchor aus Wachen- und Mittelbuchen unterstützt sie dabei. Wenn sie ganz unmusikalisch sein sollten, dann versuchen sei es wenigstens mit einem „Kyrie eleison - Herr erbarme dich.“ Sie werden hören: Es geschehen Wunder!
 
Von Gottes Wunder auf dem Weg in die Freiheit erzählt der 
Wochenpsalm 66:
1.Jubelt Gott zu, alle Völker der Erde!
2 Singt zur Ehre seines Namens,
rühmt ihn mit eurem Lobgesang!
5 Kommt her und seht, was Gott getan hat!
Sein Tun erfüllt die Menschen mit Furcht und Staunen:
6 Er öffnete das Meer für die Flüchtenden,
sodass wir zu Fuß hindurchgehen konnten.
Darüber waren wir voll Freude!
9 Er erhält uns am Leben
und bewahrt uns vor dem Untergang.
16 Kommt alle her! Ich muss euch erzählen,
was er für mich getan hat!
17 Ich schrie zu ihm um Hilfe,
19 Gehört hat er mich,
Gott hat auf meinen Hilfeschrei geachtet.
20 Ich danke Gott! Er hat mein Gebet nicht abgewiesen
und mir seine Güte nicht verweigert
Jubelt Gott zu, alle Völker der Erde!
 
Gem.: Laudate ommnes gentes
 
Lobpreis der Eltern
Voller Stolz blicken wir heute auf unsere Söhne und Töchter.
Wenn ich an die Kindheit meiner Tochter denke dann hat mich besonders gefreut, dass sie gesund und munter ist, sie immer fröhlich, lustig und unbeschwert war und ist und wir eine starke Familieneinheit gebildet haben. Weltoffen und ohne Ängste konnte sie sehr abenteuerlustig sein.
Danke Gott, dass wir so viele schöne Stunden gemeinsam verbringen durften.
Wir können singen
Lied: EG 181.6 Laudate omnes …
 
Wenn ich an die Kindheit meines Sohnes denke dann hat mich besonders gefreut, dass wir ein tolles Verhältnis aufgebaut haben, er immer Vertrauen in mich hatte und offen ist. Dabei hat er sich zu einem tollen empathischen Menschen entwickelt. Er konnte unbeschwert und sorgenfrei aufwachsen, ohne größere Krankheiten.
Wir loben Gott und singen:
Lied: EG 181.6 Laudate omnes
 
Bittruf der Eltern  
Wenn ich daran denke was in den nächsten Jahren alles auf unsere Kinder zukommt, dann habe ich Angst, dass es sehr schwierig wird, sie irgendwann feststellen müssen, dass  die Welt nicht immer freundlich ist und Moral und Anstand verloren gehen, ja wir vielleicht sogar hilflos zuschauen müssen, wie ihnen irgendetwas Schlimmes passiert und wir nicht helfen können.
Wir rufen zu Gott
Kyrie eleison (EG 178.9)
 
Gott, ich sorge mich, dass sie von ihrem Weg abkommen könnte und ihre Fröhlichkeit verliert und über die Steine auf ihrem Weg stolpert und fällt.
Dass er falsche Freunde hat, in Drogen und Alkoholmissbrauch abgleitet, Arbeitslosigkeit auf ihn zu kommt und er zu schüchtern ist, um sich für seine Belange einzusetzen, sich Problemen zu stellen.
 
Kyrie eleison (EG 178.9)
 
 
 
Evangelium und Predigttext: Johannes 20
19 Es war am Abend des ersten Tages der neuen Woche. Die Jünger hatten solche Angst ( … ), dass sie die Türen des Raumes, in dem sie beisammen waren, verschlossen hielten. Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!«
20 Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh.
21 »Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. »Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.«
22 Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt den Heiligen Geist!«
 Amen (Gospel)
 Chor: Deine Hand ..
 
Predigt von Pfarrer Helmut Müller

Liebe Konfirmanden, Eltern, Verwandte und Freunde aus aller Welt,
heute ist Ostern, der Tag der Auferstehung Jesu Christi. Vielleicht sagen manche: Ostern war doch schon. Dieses Jahr bei uns am 5. April, in Osteuropa war es eine Woche später am 12. Nächstes Jahr haben wir am 27. März Ostern und die Ostkirche am 1. Mai. Im Jahr 2017 sind wir wieder zusammen. Wann ist eigentlich Ostern?
Zur Berechnung des Osterfestes gibt es zwei Regeln, die aber unterschiedlich interpretiert werden.
1.   Es muss Frühling sein und damit einigermaßen warm. Die Astronomen sagen: Der Frühling beginnt am 21. März. Die Gärtner sagen: Frühling ist, wenn die Maiglöckchen blühen – also das, was ihr, liebe Konfirmanden, heute anstecken habt.
2.   Die zweite Regel: Es muss nachts noch rund gehen können. Auch das ist für manchen von euch ja heute durchaus wichtig.
Für den nächtlichen Rundgang braucht man Licht. Zu Zeiten als es noch keinen Strom gab, war deswegen der Vollmond wichtig. Ostern, das war also immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Heute, bei elektrischer Beleuchtung, ist das nicht mehr ganz so entscheidend. So haben wir uns hier in Wachenbuchen mittlerweile vom Mond unabhängig gemacht und feiern jeweils am letzten Sonntag im April oder dem ersten Sonntag im Mai die Konfirmation.
Denn die Konfirmation ist das Osterfest im Lebenskreis. An Weihnachten feiern wir die Geburt, zu Ostern die Konfirmation. Wir feiern die Auferstehung des Herrn und stellen das auch dar. Ihr kniet nieder vor dem Altar des Lebens und steht mit Gottes Kraft wieder auf. Eingesegnet, mit neuen Kleider und im schönsten Schmuck. Wir feiern den Beginn eines neuen Lebens mit einem Hauch von Gott.
Dass da ein Hauch von Gott in euch ist merkt ihr spätestens wenn die Tante oder der Onkel euch so anreden: Mein Gott – was bist du groß geworden. Mein Gott – welch wunderschöne junge Frau bist du geworden. Mein Gott – so redet der noch zweifelnde Jünger Thomas auch Jesus an, nachdem er ihn nach der Auferstehung gesehen und ihm die Hand gereicht hat.
Genau wie die Jünger Jesu ward ihr über ein Jahr, mit der Vorkonfirmandenzeit gar zwei Jahre, miteinander unterwegs im Namen des Herrn, gesandt von euren Eltern. Selbst wenn Sie, die Eltern, es ihren Kindern freigestellt haben – ohne ihren Segen würde es nicht gehen. Wir haben zwar häufig auch Gäste während der Konfirmandenzeit und hatten auch schon Jugendliche, die haben die komplette Zeit mitgemacht - aber Konfirmation, das geht nur, wenn an einem Tag  wie heute auch die Eltern da sind. „Wie der Vater mich gesandt hat“ – heißt das in unserem Predigttext. Wie eure Eltern euch gesandt haben, so seid ihr gekommen.
Den Dank für diese Eltern konnten wir letzte Woche bei eurem Vorstellungsgottesdienst im Gebet hören. Ihr habt als Gruppe gar so viel des Dankes aufgeschrieben, dass die Zeit eines Gebetes nicht reichte. Das komplette Gebet ist in der Konfirmandenbibel abgedruckt, die ihr heute erhaltet. Ganz ehrliche Worte sind das, die ihr in ein paar ruhigen Minuten aufgeschrieben habt. Da dürfen Sie, liebe Eltern, heute getrost stolz drauf sein.
Ihr, liebe Konfirmanden, seid nun gesandt in die Nachfolge Jesu - als seine Schüler. Die Schüler Jesu Christi, das ist eine sehr bunt gemischte Schar von Anfang an. Das waren so Leute wie du und ich, wie sie, die sie heute hier sitzen: Nicht nur Heilige, es sind auch eine Menge Sünder dabei. Und die meisten von uns sind wohl eine Mischung aus beiden: Sünder und Heilige.
Es waren in der Gesamtgruppe nicht nur Gymnasiastinnen, auch Haupt- und Sonderschüler gehörten dazu. Wie kann das Zusammenleben da gelingen?
Konfirmandenunterricht ist eine inclusive Veranstaltung und deswegen nicht nur und auch nicht zuerst Schulunterricht. Es geht darum, wie wir als Menschen, in der ganzen Vielfalt mit der es uns gibt, in Frieden miteinander leben können.
Deswegen sind wir auf zwei Freizeiten gefahren, haben den Konficup ausgespielt, ihr habt beim Abend im Casino euer Glück versucht und noch Vieles gehörte ganz praktisch dazu.
Gebote und Regeln waren zu finden. Ihr musstet einen großen Diktator stürzen und habt eine Bundeskanzlerin gewählt. Die hat dann auch bis zum Einzug in diesen Gottesdienst heute die Führungsrolle übernommen, mit einer Pressesprecherin an ihrer Seite. Das Wichtigste aber: Ihr habt Freundschaften gefunden.
Euer Vorstellungsgottesdienst war da für mich noch einmal die Prüfung: Haben wir das Ziel der Konfirmandenzeit erreicht? Habt ihr in dieser Gruppe Freunde, Freundinnen gefunden? Wie seid ihr als Gruppe zusammengewachsen?
Wir konnten beim Vorstellungsgottesdienst einen Hauch von Gott sehen: etwa, wenn zwei Freundinnen sich nach der wechselseitigen Vorstellung umarmt haben.
Nicht jeder hat den Freund fürs Leben in der Gruppe gefunden. Nicht alles passte. Aber einzelne von euch haben dann etwas ganz Intelligentes gemacht. Sie haben sich einfach noch einen Freund oder eine Freundin mitgebracht in den Konfirmandenunterricht und auch heute hier in diesen Konfirmationsgottesdienst, sitzen sie mit in den Bankreihen hier vorne und sind mit zum Abendmahl eingeladen.  
Der letzte Teil der Konfirmandenzeit folgte dann der Passionsgeschichte Jesu: Gründonnerstag - das letzte Abendmahl auf der Freizeit, mit dem Geheimnis der Verwandlung und der Erfahrung, wieviel Spaß das machen kann, sich verwandeln zu lassen.  
Dann der Karfreitag, die Vorstellung - der Tag wo die Schüler Jesu damals eine ziemlich klägliche Vorstellung abgegeben haben und Petrus glatt durch die Prüfung gefallen ist.
Als Jesus ihn vorher im Jüngerkreis fragt: „Wer bin ich?“ da sagt der brav sein Sprüchlein: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Aber als es darauf ankommt, sich in der Öffentlichkeit, draußen auf dem Hof zu Jesus zu bekennen, da kennt der plötzlich seinen Freund nicht mehr. Dreimal verleugnet er, zu diesen Jesus und seiner Gruppe zu gehören. Dann kräht der Hahn, so wie es Jesus ihm vorhergesagt hat.
Der Hahn sitzt heute noch oben auf der Kirchturmspitze. Er erinnert an kirchliches Versagen schon beim ersten Bischof und Papst. Er erinnert aber noch mehr daran, dass Jesus uns dennoch treu bleibt und mit solchen Versagern wie dem Petrus seine Welt bauen will.
Ihr wart da am letzten Sonntag bei eurer Vorstellung mit klaren öffentlichen Bekenntnissen zueinander sehr viel besser. Aber auch wer versagt haben sollte oder auch nur ein bisschen zu leise war, als er laut hätte sprechen sollen - er wird heute dennoch konfirmiert. Denn gerade das Scheitern kann ein guter Grund sein gescheiter zu werden, es zukünftig besser zu machen. Wir sind als Christen auch eine Lerngemeinschaft. Wir wollen aus vergangenen Passionsgeschichten lernen und es besser machen.
Dass wir heute hier in guter Gemeinschaft von Mittelbuchen und Wachenbuchen zusammen sind ist das Ergebnis eines Lernprozesses, angestoßen durch kirchliches Prüfungsversagen vom letzten Jahr. Mir tut das weh, dass einige Eltern aus dem Bezirk Mittelbuchen ihre Kinder, die ich ja im Religionsunterricht hatte nun also gar nicht mehr zum Konfirmandenunterricht gesandt haben. Umso dankbarer bin ich für Sie, die sie einen anderen Weg gegangen sind. So können wir heute hier die erste Gesamtbuchener Konfirmation feiern, mit Konfirmanden und ihren Familien aus beiden Gemeindeteilen, mit einem gemeinsamen Kirchenvorstand und dem ersten Auftritt des gemeinsamen Kirchenchores hier in Wachenbuchen.
Jesus sagt uns dazu: Friede sei mit euch. Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da sind Wunden geblieben. Die Kreuzigung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Und doch werden die Jünger jetzt richtig froh. Jesus kommt ja nicht als Rachegeist. Er kommt nicht um diese Versager noch zusätzlich nieder zu machen. Im Gegenteil: Er bringt sie jetzt erst richtig zusammen und stattet sie mit Vollmacht aus.
Ich bin gewiss: Wenn Jesus Christus nun so Mittelbuchen und Wachenbuchen zusammengebracht hat, dann bringt er auch den Rest der Welt noch zusammen.
Doch dafür seid ihr jetzt zuständig, liebe Konfirmanden.
„So sende ich jetzt euch“, sagt Jesus. Und er hauchte sie an und sagte: „Empfangt den Heiligen Geist!“
Das geschieht heute hier: Bei der Einsegnung mit Handauflegung, mit Handschlag durch den Kirchenvorstand, in vielfältigen Gratulationen am Ausgang bis hin zum angehauchten Kuss bei mancher Umarmung.
Mit heiligem Geist werdet ihr in die Welt gesandt. „Geht hin machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“, so beauftragt Jesus seine Schüler nach Matthäus.
Manchmal geht die Geschichte dann so weiter, wie bei unseren Teamern in der Jugendarbeit. Da haben einfach die Konfirmierten ihre Freunde, Freudinnen mitgebracht. Und sie gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu im Team von KiBuWo, Sternsinger, Theater oder Krippenspielen.
Sie treffen sich wieder, die Jünger Jesu, seine Konfirmierten, auch nach Ostern, und es kommen noch neue dazu. Zu Pfingsten etwa sind sie alle wieder zusammen, berichtet die Bibel. Da weihen sie dann die Kirche ein, erfüllt von heiligen Geist.
Das örtliche Pfingstfest hier, die Kirchweih, kennt ihr als die Kerb. Da geschieht bis heute, was damals auch geschah: Da werden  Menschen füreinander begeistert, verlieben sich ineinander. Jedenfalls sagen mir das viele Hochzeitspaare, wenn ich sie frage, wo ging es bei euch los? Dann erzählen sie: auf der Kerb. Der Heilige Geist ist der Geist der Liebe. 
Ich vermute also, dass dieser Geist auch euch dort wieder zusammenführt. Ja vielleicht geschieht es sogar, dass der eine oder die andere sich da in jemand verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder bekommt, sie taufen lässt und dann sind wir im Lebenskreis wieder hier zur Konfirmation.
Andere von euch werden in die weite Welt hinausziehen und treffen in China oder der Türkei einen Partner fürs Leben. Nehmt den ruhig, auch wenn er Moslem, Buddhist oder Atheist ist. Christlicher Glaube hat sich seit eh und je am nachhaltigsten über das Heiraten verbreitet. So wächst derzeit auch die evangelische Kirche, jedenfalls wenn man es von der Taufe her sieht, weil in gemischtkonfessionellen Ehen die Entscheidung über die Taufe der Kinder meist zugunsten der Evangelischen Kirche ausfällt. „Ist halt alles etwas freier“, lautet die Begründung dafür.
Da sage ich den entsprechenden Eltern noch mal Danke, und wünsche euch den Konfirmanden, dass ihr als freie Christenmenschen leben könnt, heute zu Ostern und morgen zu Pfingsten.
 
Lied: EG 395/243
Während dieses Liedes wird die Kollekte vom Kirchenvorstand eingesammelt
 
Konfirmationsfragen
Liebe Konfirmandinnen  und  Konfirmanden,
Gott sagt euch mit der Taufe zu, dass ihr seine geliebten Kinder seid.
Im Abendmahl seid ihr als Brüder und Schwestern Jesu Christi in der Gemeinschaft der Glaubenden verbunden.
Ihr werdet mit heiligem Geist begabt, zum Dienst füreinander bestärkt und habt eine Hoffnung, die über eure Lebenszeit hinausreicht.
So frage ich euch: Wisst ihr, dass ihr auf den Weg der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung berufen seid? 
 
Wollt ihr darin gemeinsam bestärkt werden? Wollt ihr konfirmiert werden?
 
Fürbitte, Stilles Gebet  (aufstehen für diese Jugendlichen)
Niemand kann allein aus eigener Kraft ein erfülltes Leben führen. Wir sind angewiesen auf den Geist Gottes und die Hilfe der Gemeinde. Darum lasst uns in der Stille für diese Jugendlichen beten:
(nach dem stillen Gebet) Gott, wir bitten dich für diese Jungen und Mädchen, unsere Kinder und doch keine Kinder mehr, auf dem Weg zum eigenen Denken und Entscheiden, angewiesen auf Rat und Hilfe. Sei Ihnen nahe, gib ihnen deinen Geist, dass sie werden, wie du uns willst: Freie Menschen, ehrlich, offen für die Zukunft, voll Vertrauen, dem Nächsten zugewandt. Herr, wir bitten, komm und segne sie.
Lied: EG 590, 1-2: Herr wir bitten komm und segne uns.
Einsegnung durch den Pfarrer,  Lesung der Konfirmationssprüche durch Kirchenvorsteher
 
Chor: o happy day
Wort des Kirchenvorstandes
Dank an die Konfiteamer
Gebet  der Eltern
Gott, bewahre unsere Kinder doch vor falschen Freunden, vor Verletzungen und davor, ausgenutzt zu werden. Hilf ihnen den Versuchungen zu widerstehen.
Gott wir bitten dich, lass ihre Träume wahr werden, schenke ihnen Gesundheit und Glück, Mut, Zufriedenheit und die nötige Weisheit.
Hilf unseren Kindern, dass sie ihr Leben so führen können, dass sie glücklich werden. Schenke ihnen Gesundheit und viele liebe Menschen um sie herum, die sie mögen, unterstützen, fordern und fördern und sie so annehmen wie sie sind.
Schenke Ihnen Lebensmut, die nötige Weisheit, einen Partner, der mit ihnen durch Dick und Dünn geht, einen Beruf der sie erfüllt und echte Freunde.
 
Sündenbekenntnis
Gott, wir wollen hier zusammenstehen für diese Jugendlichen, unsere Kinder, wir wollen ihnen Stärke und Hilfe geben zu allem Guten, wir wollen sie beschützen vor allem Bösen. Aber wir bekennen: es fällt uns manchmal auch schwer, einander die Hand zu reichen. Gräben haben sich aufgetan. Wir haben einander gekränkt und verletzt. Doch wir wünschen, dass die Wunden heilen können, dass unterschiedliche Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen uns nicht mehr trennen, dass wir in einer Familie zusammenkommen können.
Vor dir, dem heiligen Gott bekennen wir, dass wir gesündigt haben in Gedanken, Worten und Werken. Im Namen Jesu und mit seinen Worten bitten wir um Vergebung:
Gem: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserem Schuldigern.
 
Zuspruch der Vergebung
So spricht Gott: Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben, Ich will einen neuen Bund mit euch schließen. Trotz allem was euch noch trennt, ihr seid eingeladen hier zusammen zu stehen zum Heiligen Mahl um dieser Konfirmanden willen, eurer Kinder.
Einsetzungsworte zu Abendmahl
Wir erinnern uns wie Gott uns vergibt: „Unser Herr Jesus Christus, in jener Nacht ... „
Vaterunser
Der Friede Gottes sei mit euch allen. Keiner sei gegen den anderen, keiner ein Heuchler. Vergebt euch untereinander, wie euch vergeben ist, nehmt einander an, so wie Jesus Christus euch angenommen hat zum Lobe Gottes.“
Als Zeichen des Friedens bitten wir Sie, nach dem Empfang des Abendmahls am Altar sich die Hand zum Frieden zu reichen.
 
Gott, gib uns deinen Frieden
EG 435  Dona nobis pacem (Gemeinde und  Chor, Während des Dona nobis pacem wechselt der Chor an die Orgel)
Wir bitten zunächst die Konfirmanden zu kommen, danach die Familien- und Freundschaftsverbände. Wir feiern das Abendmahl mit Wein in Einzelkelchen und Traubensaft in Gläsern.
(Bei den Konfirmanden sind wir noch gemeinsam an einem Altar, danach Aufteilung auf zwei Altäre in der Kirche. Auf den Tabletts mit den Einzelkelchen stehen klar unterscheidbar Gläser mit rotem Traubensaft und Einzelkelche mit weißem Wein. Die Kommunikanten wählen selber aus. Kleineren Kindern geben wir das Glas mit Traubensaft auch direkt in die Hand. Ist kein Traubensaft oder kein Wein mehr da, wird ein neues Tablet geholt
 Die Bestückung der Tablett erfolgt durch die Kirchenvorsteher. Sie sammeln auch die leeren Gläser ein.
Für den Chor ist das Abendmahl die Gelegenheit, seine meditativen Gesänge anzustimmen und so für eine ruhige Atmosphäre in der Kirche zu sorgen, bei der auch die Ungeübten ein Gespür für das bekommen, was hier geschieht)
 
Bekanntmachung:
Lied EG 590,3: Herr wir bitten komm und segne uns
Segen
Amen (als Gospel)
Auszug und Gratulationen auf dem Kirchhof

 
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